Die Wissenschaft

Warum Klima wichtig ist: Die wissenschaftlichen Fakten zum Klimawandel

Grassierende Treibhausgasemissionen erwärmen den Planeten und gefährden das Leben auf der Erde. Die Verringerung der Kohlendioxidbelastung ist der Schlüssel zur Lösung der Klimakrise.

Seit der Industrialisierung beuten die Menschen die Ressourcen der Erde immer intensiver aus. Die wirtschaftliche Entwicklung und der steigende Konsum vor allem in der westlichen Welt haben dazu geführt, dass immer mehr fossile Brennstoffe für die Energieversorgung und die Güterproduktion verbrannt werden. Hinzu kommt, dass immer mehr Land genutzt wird, Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion auf einem immer intensiveren Niveau arbeiten und sich mit steigendem Verbrauch immer mehr Abfall anhäuft.

Dieser Lebensstil ist mit hohen Kosten verbunden: Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) haben durch die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe vor allem seit den 1950er Jahren stark zugenommen. Sie haben ein Maß erreicht, das weit über das hinausgeht, welches für normale Lebensprozesse auf der Erde erforderlich ist. Inzwischen gefährden sie das Leben auf der Erde.

Das Übermaß an Treibhausgasen, insbesondere an Kohlendioxid, wirkt wie eine Decke, die zu viel Wärme in der Erdatmosphäre einschließt. Und je dicker diese Decke durch weiter steigende CO2-Emissionen wird, desto mehr Hitze speichert sie. Die Klimawissenschaft hat festgestellt, dass die Temperatur auf unserem Planeten heute bereits etwa 1°C heißer ist als im Durchschnitt vor der Industrialisierung.1 Die Erde heizt sich außerdem schneller weiter auf. Bei einem unveränderten Emissionsausstoß wird sie sich bis 2100 um mehr als 4°C erwärmen.2  

Wie eine Kette von Dominosteinen lösen die steigenden Temperaturen zunehmend Folgewirkungen aus, die das Gleichgewicht des Lebens auf der Erde weiter stören. In der Tier- und Pflanzenwelt, die sorgfältig ausbalancierte lebende Systeme bildet, sind bereits mehr als eine Million Arten durch den Klimawandel vom Aussterben bedroht.3

Die Erderwärmung gefährdet die Fähigkeit der Ozeane, das Erdklima zu regulieren, indem sie Wärme und Feuchtigkeit mithilfe von Wind und Strömungen transportieren. Weil Eis schmilzt und in die Ozeane fließt, steigt der Meeresspiegel an. Das wärmere Wasser beschleunigt wiederum das weitere Abschmelzen von Eisschilden und Gletschern. Wissenschaftliche Berechnungen haben ergeben, dass ein Abschmelzen des Grönlandeises den Meeresspiegel um bis zu sieben weitere Meter ansteigen lassen könnte, wenn die Erwärmung des Planeten nicht auf 1,5°C begrenzt wird.4  

Indem die Ozeane mehr Kohlendioxid aufnehmen, als für sie gesund ist, verändert sich auch ihre chemische Zusammensetzung und sie werden saurer. Wie Knochen, die brüchig werden, verlieren sie Kalziumkarbonat und dies wiederum schadet der Gesundheit und Stabilität des Meereslebens. Korallenriffe, die Küstenlinien schützen, Kohlendioxid abbauen und als Reinigungssystem der Ozeane fungieren, sind besonders gefährdet.

All diese Prozesse stören den Energiehaushalt der Erde und infolgedessen gibt es immer mehr extreme Wetterereignisse. Stürme, Überschwemmungen, Umweltverschmutzung, Hitze und Dürren werden heftiger und beeinträchtigen die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Lebensgrundlagen von Menschen auf der ganzen Welt. Es drohen mehr Hunger, Armut, soziale Ungerechtigkeit sowie wirtschaftliche und politische Instabilität, wenn die globale Erwärmung unvermindert anhält.

Mehr als 97 Prozent aller Klimawissenschaftlerinnen und Klimawissenschaftler warnen, dass nur wenig Zeit bleibt, um die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen und abzuschwächen.5 Wenn weiterhin im heutigen Maß Kohlendioxid ausgestoßen wird, wird die Erderwärmung um 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau in nur sieben Jahren unvermeidbar sein; in nur 25 Jahren wird eine Erwärmung des Klimasystems um 2°C nicht mehr zu verhindern sein.6  Die Situation wird sich schnell und exponentiell verschlimmern, sobald der Klimawandel bestimmte Kipp-Punkte erreicht, wie das Abschmelzen des arktischen Permafrosts oder die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes. Wenn die heutigen Teenager in ihren Achtzigern sind, könnte der Planet auf dem Weg zu einer unaufhaltsamen Erwärmung um 4°C sein.7  

In der Pariser Klimavereinbarung von 2015 hat sich die internationale Gemeinschaft darauf geeinigt, die Erwärmung des Planeten bis 2100 auf 1,5°C zu begrenzen. Um dies zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen jedoch rasch reduziert und innerhalb der nächsten dreißig Jahre auf Null gebracht werden. Nach heutigem Stand werden die Verpflichtungen der nationalen Regierungen zu einer Erwärmung um mindestens 3°C führen.

 

Die gute Nachricht: Die Lösungen, die zur Bewältigung der Klimakrise nötig sind, stehen bereits jetzt zur Verfügung – von nachhaltigen Energien über energieeffizientere Infrastruktur, Gebäude und Transportsysteme bis hin zu einer umweltfreundlicheren Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Die Klimakrise lässt sich nicht mit einer einzelnen Maßnahme bewältigen, doch gibt es eine Menge wirksamer Handlungsoptionen, aus denen man wählen kann, um den Schritt in eine kohlenstofffreie, klimasichere Zukunft zu beschleunigen. Klimaphilanthropen und soziale Investoren können den Wandel in Schlüsselsektoren und -regionen beeinflussen oder die Hebel für den Klimaschutz stärken.

Mehr Informationen darüber, was Sie als Stifterin, Spender und Sozialer Investor für den Klimaschutz tun können, finden Sie hier.