Dominika Kulczyk-Lubomirska wurde in die erfolgreichste Unternehmerfamilie Polens geboren. Ihre ersten beruflichen Schritte machte sie als PR-Leiterin der “Stary Browar” („Alte Brauerei“). Die Alte Brauerei ist ein gigantisches Einkaufszentrum in Posen, das ihre Mutter aufgebaut hatte und in dem neben Kommerz und Handel Kunst und Kultur eine entscheidende Rolle spielen. Hinter dem kulturellen Programm der Stary Browar steht die ebenfalls von Mutter Kulczyk-Lubomirska gegründete Kulczyk Stiftung, in deren Vorstand Dominika Kulczyk-Lubomirska sitzt.
Mit 30 Jahren beschloss sie, dass es Zeit für eine Veränderung sei. „Manche Kinder arbeiten ihr Leben lang bei ihren Eltern“ sagt sie, „aber trotz all der wertvollen Erfahrungen und Anregungen, die ich aus dieser Zeit mitnehmen konnte, musste ich damit anfangen, meine eigenen Passionen und Ideen umzusetzen: Förderung von strategischem sozialen Investment und Aufbau von verantwortlichen Unternehmen.“
Ihr Hauptinteresse galt der Frage, wie man den gemeinnützigen Sektor in Polen nach vorne bringen kann. Im Herbst 2007 gründete Dominika Kulczyk-Lubomirska daher values.pl. Values.pl berät Unternehmen bei dem Aufbau einer CSR (Corporate Social Responsibility) Strategie und der Entwicklung von Unternehmensengagement. Dies war für sie eine Möglichkeit, den gemeinnützigen Sektor mit dem dringend benötigten Kapital zu versorgen: „Es gibt viele wichtige Förderthemen in Polen und es gibt eine ganze Reihe von exzellenten gemeinnützigen Organisationen, aber sie haben kein Geld. Deshalb müssen wir an die Unternehmen ran und sie in den Prozess einbeziehen.“
Dominika Kulczyk-Lubomirska weiß, dass sie großes Stehvermögen braucht, um ihre Idee in Polen umzusetzen. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass ihre Rechnung aufgeht: Die ersten Klienten sind gewonnen und values.pl wächst schnell. Neben values.pl verfolgt Dominika weiterhin direkt ihre gemeinnützigen Anliegen: Sie sitzt nach wie vor im Vorstand der Kulczyk Stiftung und ist außerdem dabei, ihre eigene Stiftung aufzubauen, die sich auf Kinderthemen fokussieren soll. Nach ihrem Rat für andere neue Stifter gefragt, gibt sie eine Antwort, die gut zu ihrem eigenen Versuch passt, die Kultur des Stiftens und Spendens in Polen zu beeinflussen: “Gib nicht auf, egal wie steinig der Weg ist, der vor dir liegt” sagt sie, “es gibt immer eine Möglichkeit vorwärts zu kommen”. Mit ihrem Elan und ihrer Willenskraft traut man ihr zu, dass sie diesen Weg erfolgreich gehen wird.