Jamie Cooper-Hohn ist entschlossen, sich nicht in unnötigen Details zu verheddern. Auf dem Weg durchs Großraumbüro schnappt sie ein paar Gesprächsfetzen auf. Es geht um Farbe, darum, was wohl der rechte Wohlfühlanstrich für ein Krankenzimmer sei. Das genügt. Die schlanke, blonde Frau weiß, dass dieses Projekt ihrer Stiftung auf dem falschen Weg ist. "Die Farbe von Wänden oder die Dekoration eines Klassenzimmers, mit so etwas können wir uns nun wirklich nicht aufhalten“, sagt sie mit resolutem Lächeln.
Jamie Cooper-Hohn trimmt ihr Team auf diejenigen Faktoren, die sie für "erfolgskritisch“ hält. Ihr Ziel ist hoch gesteckt. Sie will das Leben von Hunderttausenden von Kindern in Entwicklungsländern "spürbar und nachhaltig“ verbessern. Ihr Werkzeug ist die Children´s Investment Fund Foundation, kurz CIFF genannt, eine der größten Stiftungen Großbritanniens. Einziger Geldgeber ist der Hedgefonds TCI, den ihr Mann, Chris Cooper-Hohn, gründete und bis heute führt. Er brachte einst Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert zu Fall. Chris Cooper-Hohn verhandelt hart, verdient prächtig – und überweist an den guten Zweck. Im Jahr 2008 machte TCI die größte Einzelspende in der Geschichte des Landes und steckte umgerechnet mehr als eine halbe Milliarde Euro (466 Millionen Pfund) in die neu gegründete Stiftung. Jedes Jahr kommen mehrstellige Millionen-Beträge dazu. Ein fester Anteil der Einnahmen aus den Geschäften des Fonds geht an die CIFF...