Charly Kleissner sitzt auf einer Yoga-Matte in einem lichten Raum irgendwo im Silicon Valley und hat unglaublich viel Zeit – Stunden, Tage, Wochen. Zeit, zur Besinnung zu kommen, Harmonie zu suchen mit dem Universum und sich zu fragen, was wirklich wichtig ist im Leben.
Für Charly Kleissner muss sich das anfühlen wie die plötzliche Stille nach einem langen, lärmigen Fest. 80-Stunden-Wochen, dauernde Erreichbarkeit, Emails bis tief in die Nacht, das war sein Leben. Ein Wochenende im Monat und eine Woche im Quartal hatte er für seine Familie reserviert. Ansonsten führte er eine technische Revolution an.
Kleissner gehörte zu den wichtigsten Software-Entwicklern im Silicon Valley. Zuletzt leitete er ein Team von 700 Ingenieuren, die unter anderem Programme für Apple-Gründer Steve Jobs schrieben. Im Jahr 2002 zerstritt er sich mit dem damaligen Chef seines Arbeitgebers Ariba. Er kündigte und verkaufte seine Firmenanteile. Plötzlich hatte Charly Kleissner viel Zeit – und sehr viel Geld: über 100 Millionen Dollar...